Qi Gong. Ruhe und Bewegung im Barfußpark

„Stehen wie eine Kiefer“ – Ein Satz, der einem viel erzählen kann über Menschen und Natur. Die Worte bezeichnen zudem die absolute Grundübung und Grundhaltung im Qi Gong. „ Stehen wie eine Kiefer“ bedeutet, mit der Erde Kontakt aufzunehmen und sich gleichzeitig bis in den Himmeln hinein zu erstrecken.

„Im chinesischen Wudang Gebirge gibt es Kiefern, die im Gestein wachsen. Die Bäume schlagen ihre Wurzeln in den Stein hinein, sie sind stark und stabil, werden sehr groß. Und ihre Baumkronen erstrecken sich bis in den Himmel hinein.“

Dies und viel mehr berichtet Karen Schrumpf in einem angenehm heiteren Gespräch über innere und äußere Haltung, die Verbindung von Körper und Geist und die Liebe zum Sein in der Natur. Karen Schrumpf ist eine erfahrene Qi Gong Trainerin und Heilpraktikerin. Sie freut sich über die Möglichkeit, Interessierten die Welt des Qi gong demnächst auch im Barfußpark Beelitz näher zu bringen. Ihre Liebe zum größten Naturerlebnis- und Barfußpark Brandenburgs hat Karen ihrer Mutter zu verdanken. Die aus Fichtenwalde stammende Dame ist Stammkundin seit der ersten Stunde, drehte allein in der vergangenen Saison über 50 mal ihre Runden im Barfußpark und genoss die Ruhe und den Abwechslungsreichtum auf dem großen Areal. Mittlerweile pflegt sie eine gute, freundschaftliche Beziehung mit der Belegschaft.

Auch Karen Schrumpf hat ihre Besuchs-Frequenz deutlich erhöht, ist durchschnittlich einmal die Woche da. Einmal waren sie und ihre Qi Gong Gruppe auf eigene Faust vor Ort und wären auf der Suche nach einem Ort zum Üben fast im Wildschwein-Rückzugsgebiet gelandet. Abgesehen davon, dass das den Waldbewohnern nicht so recht wäre, bevorzugt sie eine kleine Freifläche nahe des Kräutergartens. Dort sind Übende durch Schatten geschützt und befinden sich ganz eindeutig auf den für Menschen gestalteten Bereichen des 15 Hektar großen Gartendenkmals.

Qi Gong | Barfuß üben

Vieles spricht fürs Draußen üben. „Chi wird nach chinesischer Medizin über Nahrung und Atmung aufgebaut – aufgenommen aus der Umwelt. Je näher wir dran sind und die frische Luft und mit ihr die Energie direkt aufnehmen umso besser. Einen anderen Aspekt, den ich ganz toll finde, ist, dass Qi Gong auch aus der Natur entstanden ist. Übungen aus Pflanzenformen und Naturbewegungen entstanden sind. Wenn wir in der Natur üben, sitzen wir am Ursprung der Übung“, so Schrumpf.

Es existiert die These, dass Yoga und Qi Gong traditionell barfuß praktiziert werden. Darauf angesprochen, sagt Karen Schrumpf: „Ich finde das gut, weil der Kontakt der Erde auch ein Bestandteil der ganzen Auseinandersetzung ist. Über die Füße haben wir direkte Verbindung zur Erde, zum Yin. Einige LehrerInnen üben mit festen Schuhen. Füße, Knie und Hüfte 90° Winkel – da haben Ungeübte eventuell mit Schuhen mehr Halt und sollten sich einfach ausprobieren.“

Viele Qi Gong-Interessierte kommen wegen Bewegungseinschränkungen und anderen Problemen, auch Stress und Überlastungssymptome. Besonders schön findet Karen Schrumpf die innere Ruhe. „Das ist etwas, was Besitz von einem ergreift.“ Die passionierte Vermittlerin, die unter dem Motto „Die Mitte nähren“ praktiziert, beschreibt den Effekt als einen meditativen Zustand, ein inneres Bei-sich-sein. Und betont die Beweglichkeit und Standfestigkeit, die durch regelmäßiges Üben entsteht, ein verbessertes Gleichgewicht, als einen weiteren positiver Nebeneffekt. „Mit Qi Gong kann man der Gangsicherheit gerade bei älteren Menschen gut vorbeugen.“

Funfact: In China gibt es ein Sprichwort, das lautet: „Der Mensch altert von den Füßen her.“
Entsprechend dieser Sichtweise beginnen Menschen erst im fortgeschrittenen Alter mit Qi Gong. Hierzulande ist Qi Gong auch bei jüngeren Jahrgängen ein beliebtes Mittel zur mentalen Stärkung, für mehr Ruhe und Gelassenheit im Alter.

Karen selbst kam über das Thema Ernährung zur chinesischen Heillehre und entdeckte rasch Qi Gong für sich. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sie sich. „Das Grundprinzip hat sich mir sofort erschlossen. Ich erinnere, dass ich die spezifischen Übungen komisch fand, doch die Lehrer waren toll.“ Sie erläutert: „Jeder Meister gibt seine Variante, seinen Stil und Weg zur Endposition an seine Schüler weiter.“ Die Grundprinzipien sind gleich. Die 8 Brokate, eine der ältesten Reihen bestehend aus 8 abgeschlossenene Übungen, lassen sich lange zurückverfolgen. Diese traditionelle Übungsabfolge will sie Interessierten auch im Barfußpark näher bringen. Drei Termine sind verabredet, die erste Qi Gong Runde im Barfußpark findet am 11. Juli 2019 statt, s. Veranstaltungskalender.

Karen’s Lieblingsstationen im Barfußpark

„Was ich auch besonders liebe ist der Spiegelweg und die Kokosnuss-Folter“, sprudelt es aus Karen Schrumpf heraus. „Oh, und das Kneipp-Becken natürlich. An Tagen, an denen es so heiß ist, gehen wir zu Beginn und zum Schluss nochmal hindurch.“ Das verbessert die Durchblutung und stärkt den Kreislauf. „Ich war dieses Jahr gleich von Saisonbeginn an da und habe an kühleren Tagen dann halt nur zwei statt drei Runden durch das Kneipp-Becken gemacht. Gerade anfangs und zum Saisonende hat das Barfußlaufen mit Kneipp-Elementen jedes Jahr eine andere Qualität. Anfangs, wenn man es noch nicht so gewöhnt ist, ziept es noch etwas mehr, lacht sie. „Wenn man dann schon öfter da war, sind die Füße wunderbar an die wohltuenden Reize gewöhnt.“

Allen, die Qi Gong einmal inmitten der Natur ausprobieren und mit einem rundum tollen Barfußerlebnis verbinden wollen, empfehlen wir Beelitzer Barfüßler, sich mit Karen auf eine Reise zu begeben, von der Körper und Seele profitieren werden. Anmeldungen für die einzelnen Termine: bitte direkt bei: karen(at)qigong-ueben.berlin

Mehr zur Person und weitere Informationen zu chinesischer Heillehre und Qi Gong auf der Website von Karen Schrumpf.

 

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